Yoga Philosophie - der achtgliedrige Pfad ist ein Weg zum erfüllten Leben

Die Yoga Philosophie: Wie uns der achtgliedrige Pfad ein erfülltes Leben schenken kann

Yoga ist viel mehr als Sport. Yoga ist eine Philosophie, eine Lebensweise, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen kann. Die Betonung liegt auf Kann. Denn bequem ist dieser Weg nicht. Ein Überblick über den achtgliedrigen Pfad des Yoga – und was wir von ihm in punkto erfülltes Leben lernen können.

Hinweis: Dieser Artikel basiert vor allem auf meinen Erfahrungen, die ich während des Xhale Yoga Retreats in Thailand gesammelt habe. Unsere Trainerin Bhud hat uns jeden Tag etwas über die Yoga Philosophie erzählt und wie diese ihr Leben verändert hat. Diese und meine Erkenntnisse möchte ich mit euch teilen. 

Der indische Gelehrte Patañjali verfasste vor vielen Jahrhunderten einen Leitfaden, das Yogasutra, das bis heute als eine der wichtigsten und ältesten überlieferten Schriften gilt und als klassischer Leitfaden des Yoga angesehen wird.

Yoga ist im Ursprung also eine indische Philosophie. Die Körperübungen, wie sie heute in vielen Studios praktiziert werden, sind nur ein Teil eines großen Ganzen: eines achtgliedrigen Pfades, an dessen Ende die vollkommene Ruhe des Geistes steht.

Diese acht Glieder ergänzen sich gegenseitig und sind auch nur gemeinsam wirksam. Sie beschreiben einen ganzheitlichen Weg, der Achtsamkeit und Übung erfordert, vielleicht ein Leben lang. Und keine To Do Liste, die man Schritt für Schritt abhaken kann. Das ist die „schlechte“ Nachricht.

Die Gute: Dieser Pfad kann uns ein wirklich erfülltes Leben schenken.

1. Yama: Unser Umgang mit der Umwelt

Dieser Aspekt der Yoga Philosophie hat mich sehr inspiriert und womöglich die größten Veränderungen in meinem Kopf bewirkt. Er umfasst verschiedene Komponenten, die einen gewissen „Verhaltensrahmen“ vorgeben. Ich setze das in Anführungsstrichen, denn Yoga ist meiner Meinung nach nichts, das uns begrenzt. Im Gegenteil.

Ahimsa – Nicht-Gewalt:

Heißt: Eine liebevolle und rücksichtsvolle Haltung allen Lebewesen gegenüber einzunehmen, einschließlich sich selbst.

Für mich bedeutet das, dass ich mir selbst keine Schmerzen zufüge – weder körperlich noch seelisch -, aber auch niemand anderem. Ob es sich um Freunde oder Familienmitglieder handelt, Tiere oder die Umwelt.

Seit meinem Yoga Retreat in Thailand und der intensiven Auseinandersetzung mit der Yoga Philosophie esse ich z. B. kein Fleisch oder Fisch mehr, ernähre mich seit Januar 2018 vegan und habe mich auf meinem Reiseblog Ferndurst mehr auf nachhaltiges Reisen konzentriert, um zu helfen.

Und Soulflake ins Leben gerufen. 😉

Satya – Wahrhaftigkeit:

Heißt: Einen bewussten Umgang mit Worten und Gedanken pflegen.

Viele von uns lernen bereits sehr früh, dass Lügen nicht zu den größten Tugenden gehört. Das stimmt natürlich auch. Doch andere nicht zu belügen, ist das eine.

Das andere ist, sich selbst nicht zu belügen. Nicht wegzurennen, um sich vor unangenehmen Tatsachen zu schützen. Denn die Wahrheit ist: Sie werden nicht weggehen, auch wenn wir Augen und Ohren noch so fest verschließen.

Satya meint, anzunehmen, was da ist, so unbequem die Wahrheit auch sein mag.

Und dieser Teil der Yoga Philosophie meint noch mehr: Empathie leben.

Wir sollten immer darüber nachdenken, wie, wann und ob wir jemandem etwas mitteilen. Unsere Worte sollten andere Menschen niemals verletzen. Negative Gefühle wie Wut oder Neid gehören nicht an den Kopf unseres Gegenübers, sondern finden ihre Ursache tief in uns. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Emotionen nicht zu verdrängen, sondern sie zu reflektieren, sie zuzulassen und sie dadurch Stück für Stück loslassen.

Asteya – Nicht stehlen:

Heißt: Weder materielles noch geistiges Eigentum.

Viel zu häufig geben wir die Verantwortung für unser Leben ab. Wir klagen über den Job, der uns Zeit stiehlt, einen Freund, der uns Energie raubt, die vielen Freizeitaktivitäten, die einfach keinen Spaß machen …

Bhud sagte dazu:

„Niemand kann uns irgend etwas stehlen. Nur wir selbst stehlen uns Zeit und Energie.“

Und sie hat Recht. Wir haben immer eine Wahl, fast immer. Wenn wir darauf warten, dass jemand anderes etwas tut, um uns zu helfen, stehlen wir uns die Zeit. Zeit, in der wir etwas aktiv anpacken und verändern könnten.

Denn am Ende ist niemand anderes dafür zuständig, unsere Erwartungen zu erfüllen. Wir können uns austauschen, uns mitteilen, aber helfen müssen wir uns am Ende selbst.

Und nur das bringt uns Freude: Weil wir uns Herausforderungen stellen, Entscheidungen treffen, uns weiterentwickeln. Selbstwirksamkeit wird diese Kompetenz in der Psychologie genannt und meint damit den Glauben daran, dass man selbst etwas bewirken und auch in schwierigen Situationen selbstständig handeln kann – eine wichtige Komponente in einem erfüllten und glücklichen Leben.

Studien zeigen, dass Menschen, die an ihre eigene Kraft glauben, ausdauernder bei der Bewältigung von Aufgaben sind, und außerdem ein geringeres Risiko für Angststörungen entwickeln. (Stangl, 2018).*

Zu der Überzeugung gelangte auch Bhud: „Das ist das einzige Leben, das wir haben. Warum sollen wir es in Schmerz verbringen?“

Kann es so einfach sein? Jein! Wir müssen unser Leben selbst in die Hand nehmen wollen. Wir müssen uns lang gehegten (negativen) Gedankenmuster stellen und sie mehr und mehr durch neue, positive Glaubenssätze ersetzen. Gemütlich ist anders.

Aber wer hat eigentlich festgelegt, dass das Leben immer einfach sein muss, damit wir glücklich sein können?

Bhud bezog den Aspekt Asteya auch auf unsere generelle Lebensweise und die Umwelt: „Wir können nicht ohne Wasser, Essen, Sauerstoff und Schutz leben. Aber viel mehr brauchen wir nicht. Je mehr wir konsumieren, desto mehr werden wir leiden. Weil wir immer mehr wollen und nie zufrieden sind. Doch genau das ist uns oft gar nicht bewusst. Wir nehmen und nehmen und zerstören am Ende nicht nur die Umwelt, sondern auch uns selbst.“

Brahmacharya – Fokus auf das Wesentliche:

Heißt: Gestaltung des eigenen Lebens und der Beziehungen zu Menschen in die Richtung, dass sie zur eigenen Entwicklung und zur eigenen Weisheit beitragen.

Wir leben in einer Wettbewerbsgesellschaft. Von Kleinauf sollen und wollen wir die Besten sein, vergleichen uns mit anderen, definieren uns über Leistungen und Resultate.

Ausprobieren gerät immer mehr in den Hintergrund. Herausforderungen werden als Versagen abgestempelt. Schuldgefühle und noch-mehr-leisten-wollen sind die Folge.

„Ich muss das erst fertig machen, ich muss erst etwas schaffen. Dann darf ich entspannen.“

Warum geht nicht beides? Indem wir Arbeiten oder Lernen in die negative Schublade stecken und mit Unfreiheit und Stress verbinden, wird dieser große Teil unseres Lebens immer als Gewicht auf den Schultern anfühlen, der uns niederdrückt und hindert.

Der britische Philosoph und Schriftsteller Alain de Botton sagt dazu: „Wie wäre es, wenn du deine Freizeit nicht als Freizeit betrachten würdest, sondern die gesamte Zeit als deine verfügbare Zeit? Du würdest wach werden und denken: Wofür verwende ich meine verfügbare Zeit? (…) Du teilst deine Zeit einer Sache zu, anstatt dir Zeit abnehmen zu lassen. Du steigst dann irgendwo ein, anstatt mitgezogen zu werden.“

Die Wahrheit ist doch, wir sind viel produktiver, viel ausgeglichener, wenn wir uns Pausen gönnen, gerade wenn wir wütend oder ausgepowert sind. Denn negative Emotionen vernebeln unsere Rationalität. Wir haben dann das Gefühl, noch mehr leisten zu  müssen und begeben uns geradewegs hinein in den gedanklichen Abwärtsstrudel.

Bhud sagt dazu: „Arbeite für dich selbst. Versuche, nicht immer der oder die Beste sein zu wollen oder nur zu arbeiten, um etwas zu leisten oder Anerkennung zu erhalten. Denn so wirst du immer mit der Angst leben, dass irgendwer mehr leisten könnte. Du lernst weitaus weniger, entspannst dich nicht, gehst über deine Grenzen, lernst nichts über den Weg oder den Prozess, den du gehst, und brichst am Ende dein eigenes Herz.“

Sie empfiehlt, den eigenen Zweck der Existenz herauszufinden, seiner Leidenschaft nachzugehen, mit Routinen zu brechen, die einen langweilen, Neues zu lernen, zu experimentieren und Sachen schlichtweg anders zu machen.

„Bring Spaß in deinen Tag und werde produktiv.“

→Buchtipp: Das Café am Rande der Welt

Aparigraha – Nicht-Zugreifen:

Heißt: Menschen nicht ausnutzen; nur das annehmen, was angemessen ist und nicht, weil sich eine günstige Gelegenheit ergibt.

„Less is more. More is less. The less you have, the more freedom you will have.“

Je stärker wir danach streben, mehr Geld zu bekommen, mehr zu kaufen und zu besitzen, desto mehr Angst haben wir auch, genau das wieder zu verlieren.

Das bedeutet im Umkehrschluss laut Bhud: Je mehr wir es schaffen, uns von materiellen Dingen zu lösen, desto mehr Freiheit haben wir. Und diese Freiheit gibt uns Raum, unser Glück zu finden, weil wir weitaus weniger abhängig sind, weitaus weniger Entscheidungen treffen müssen und stärker auf unser Bauchgefühl vertrauen können.

Und da gibt es noch einen anderen Aspekt: Die Abhängigkeit von anderen Menschen und die Angst, jemanden zu verlieren – die wohl größte Angst, die uns alle umtreibt.

Bhud empfiehlt, jeden Tag dafür zu nutzen, mit unserem ganzen Herzen zu lieben; unsere Liebsten besser kennen zu lernen, sie zu unterstützen und zu respektieren und sich nicht aus Angst zu verschließen.


2. Niyama: Unser Umgang mit uns selbst

Die fünf Niyamas der Yoga Philosophie umschreiben im Prinzip, wie wir mit uns selbst umgehen sollten, um wirklich gesund und erfüllt leben zu können.

Sauca – Sauberkeit:

Heißt: Sauber sein, im Innern wie im Außen. Innere Reinheit wird vor allem durch Asanas und Meditation erreicht.

Bhud empfiehlt einmal im Jahr über einen längeren Zeitraum zu fasten oder an einem Detox-Retreat teilzunehmen. Mindestens fünf Tage seien dabei am besten: Die ersten drei Tage seien sehr ungemütlich, erst am vierten würde man die Energie spüren, die das Fasten mit sich bringe. Dabei gehe es nicht immer nur darum, gar nichts zu sich zu nehmen. Obst- und Gemüsefasten sei auch sehr wertvoll für den Körper, erklärt Bhud.

Ohne es zu wissen, fasten im Grunde aber eigentlich schon jeden Tag – und zwar nachts. Das beschreibt das englische Wörtchen breakfast sehr gut: wir brechen am Morgen mit dem Frühstück unser Fasten. Je länger wir das Fasten in der Nacht aufrecht erhalten, desto besser für unseren Körper. 14 Stunden zwischen der letzten und der ersten Mahlzeit sind optimal, so Bhud.

Darüber hinaus könnte man z. B. einen Tag die Woche entgiften, heißt kein Koffein, Alkohol, Zucker, Nikotin …

Hör auf deinen Körper, nimm wahr, welche Lebensmittel ihm gut tun und welche nicht.

Santosha – Bescheidenheit/Zufriedenheit:

Heißt: Annehmen, was sich ergibt oder ergeben hat, ohne Erwartungen an sich selbst oder andere zu hegen. Sich nicht mit anderen vergleichen und Misserfolge nicht als Fehler sehen, sondern aus ihnen lernen.

Eine kleine Geschichte dazu, nacherzählt aus dem Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“:

Es gibt heutzutage unglaublich viele Fernsehsender. Doch viele Menschen bleiben wieder und wieder bei den ein, zwei oder drei Sendern hängen, die sie eigentlich gar nicht mögen. Sie regen sich über die Show auf, darüber dass sowas heutzutage überhaupt noch öffentlich gezeigt wird … Sie reden darüber mit anderen Menschen, ärgern sich, steigern sich hinein und vergessen irgendwann die anderen 30 oder 40 Sender, die ein Programm zeigen, das ihnen gefallen könnte oder mal gefallen hat. 

Jeder Tag ist ein neuer, jede Stunde ist anders, sogar jede Sekunde. Nur wir  entscheiden, wie wir diese verbringen.

Halten wir an etwas fest, das uns schmerzt oder ärgert, rauben wir uns Energie für all das, was uns glücklich machen könnte.

Natürlich ist nicht immer alles gerecht, vieles nervt, tut weh, macht Angst. Doch letztlich ist niemanden daran geholfen, wenn wir genau daran festhalten. Schlimmer noch: Das worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wächst und gedeiht.

Diesen Aspekt habe ich im letzten Jahr sehr deutlich gespürt. Ein Beispiel:

Auf meinem Reiseblog Ferndurst empfahl ich immer mal wieder Unterkünfte, die mir besonders gut gefallen hatten. Dadurch erhielt ich von der Buchungsplattform eine kleine Provision – und zwar jedes Mal wenn ein Leser über meinen Link eine Unterkunft buchte.

Dieses Guthaben sah ich als meinen Verdienst an. Ich hatte ja quasi Werbung für das Unternehmen gemacht.

Und so sparte ich das Guthaben an, um es für meine Weltreise zu nutzen und in Unterkünfte zu investieren.

Dann kamen wir in Thailand an.

Und ich hatte keinen Zugriff mehr auf das Geld.

Der Kundenservice war nur telefonisch erreichbar, doch aus dem Ausland anzurufen kam nicht infrage. (Im Nachhinein frage ich mich, warum ich das nicht einfach gemacht hatte – ich glaube, mir ging es ums Prinzip. Ich wollte nicht klein beigeben. Hat super geklappt, so viel vorweg. ^^)

Irgendwann fand ich auf der Webseite eine verstecke Support-Mail-Adresse, beschrieb mein Problem und ziemlich schnell einen Rückanruf. Aber telefonieren wollte ich ja nicht.

Und so bat ich darum, das Ganze per Mail zu klären, weil die Anrufe zu teuer sind.

Eine Mail kam nicht.

Also schilderte ich noch einmal mein Problem per E-Mail und bat darum, mich nicht anzurufen. Mindestens eine Woche dauerte es, bis ich eine Standard-Antwort erhielt, die nicht auf meine Probleme einging.

Jedes Mal, wenn ich eine weitere Mail formulierte, brauchte der Kundenservice eine Woche oder länger, um zu antworten – und wich gleichzeitig meinen Fragen aus.

Irgendwann sagten sie, sie würden das Ganze an die Technik weitergeben.

An meinem Zugriff auf das Guthaben tat sich: nichts. Einen Monat nicht, den zweiten auch nicht.

Irgendwann und zwischendurch vergaß ich meine Wut, schaute nicht mehr in meine Mails, wartete nicht mehr angespannt auf eine Antwort, sondern genoss das Hier und Jetzt.

Dann wurde mein Guthaben auf einmal weniger.

Mal fehlten 50 Euro, am nächsten Tag 300. Mein Ärger wuchs. Ich wurde so wütend, dass ich platzen wollte. Immer wieder sagte ich mir in Gedanken, dass es so ungerecht sei, dass ich das nicht mit mir machen ließe, was denen bitte einfalle, ob die mich wohl verarschen wollen …

Wenn ich das tat, war mein Tag gegessen. Ich konnte weder die wunderschönen Orte genießen, noch den Moment wahrnehmen. Nur mich aufregen und mich wieder und wieder fragen: WAS DAS DENN BITTE SOLL????

Aber loslassen konnte ich nicht. Ich hatte zu viel von diesem Guthaben erwartet, ich wollte so viel sparen.

Ich war gefangen in meinem Groll, hatte mich maximal abhängig von diesem Unternehmen gemacht. Sie hatten mich in der Hand. Dadurch fühlte ich mich machtlos. Und das machte mich nur noch wütender.

Diesen Ärger konnte ich nicht von Heute auf Morgen loslassen, aber irgendwann habe ich erkannt, dass ich mir dadurch meine Reise vermiese. Ich habe gemerkt, dass ich auf das Geld zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich gar nicht angewiesen bin, dass es mir also nur „ums Prinzip“ ging, ein Prinzip, bei dem ich in diesem Fall nur verlieren kann.

Diese Erkenntnis, so doof sie war, schluckte ich irgendwann. Nicht sofort, nicht nach zwei Tagen, aber ich versuchte, immer lockerer zu lassen, mich nicht in diese Ungerechtigkeit reinzusteigern, sondern das große Ganze zu sehen.

Und irgendwann war es mir egal. Ich spürte eine große Erleichterung, fühlte mich wieder frei und konnte alles weitaus besser genießen.

Und noch mehr: Seitdem mache ich weniger abhängig vom Finanziellen generell. Die Miete wird nicht überwiesen? Ok, das ist super ätzend, aber dadurch lasse ich mir nicht meine Reise vermiesen. Eine Bank bucht mir 10 Euro Gebühren ab, nur weil ich die Kreditkarte am deutschen Banktautomaten ausprobiere (was so natürlich nicht offen kommuniziert wird)? Ärgerlich. Kurz. Und dann lasse ich es los und mache weiter in meinem Moment.

Tapas – Disziplin:

Heißt: Achtsamkeit bei Körperübungen, beim Essen und bei der Atmung, um Giftstoffe und negative Emotionen „zu verdauen“.

Svadhyaya – Selbst-Erforschung:

Heißt: Die eigenen Gedanken und Gefühle reflektieren, Ursachen aufspüren und loslassen. 

Ishvarapranidhana – Gottvertrauen:

Heißt: Sich von Ängsten und Zweifeln befreien und zu vertrauen, dass „Gott“ es gut mit uns meint. (Egal, welcher Gott oder welche Kraft das sein mag.)

3. Asanas: Unser Umgang mit dem Körper

Die Körperübungen, wie sie in vielen Studios praktiziert werden, dienen der Vorbereitung des Meditationssitzes und damit der Beruhigung des Geistes. Körper und Geist werden über die Atmung in Einklang gebracht.

4. Pranayama: Unser Umgang bzw. die Beherrschung des Atems

Zusammenführung von Körper und Geist durch verschiedene Atemübungen und -techniken.

5. Pratyahara: Unser Umgang mit den Sinnen

Disziplinierung bzw. bewusstes Wahrnehmen der Eindrücke durch Hören, Sehen, Schmecken, Fühlen etc. Sich nach innen richten.

6. Dharana: Unser Umgang mit dem Geist – bewusste Konzentration

Vorstufe des meditativen Zustandes. Bewusste Konzentration auf einen Gegenstand, die Atmung oder ein Mantra. Dadurch wird der Geist ruhiger.

7. Dhyana: Unser Umgang mit dem Geist – Meditation

The next step: Reines Beobachten der Gedanken und Gefühle, ohne sich von ihnen ablenken oder mitreißen zu lassen. Es geht nicht darum, nichts zu denken oder zu fühlen, sondern alles da sein zu lassen, ohne den Fokus zu verlieren.

8. Samadhi: Unser Umgang mit dem Geist – die Versenkung

Die letzte Stufe ist das Erreichen eines Bewusstseinszustandes, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht.

Mehr Inspiration? Meine Buchempfehlung:

Ajahn Brahm – die Kuh, die weinte.

Ajahn Brahm ist ein Mönch, der buddhistische Lebensweisheiten in Kurzgeschichten verpackt und auf authentische, lustige und vollkommen nachvollziehbare Weise erzählt. Dabei geht es um den Umgang mit Perfektionismus, Trauer und Schmerz, aber auch mit Ängsten und Zweifeln.

Ein Buch, das die Gedanken der Yoga Philosphie an vielen Stellen wiederspiegelt. Ein Buch, das mir unglaublich weitergeholfen hat, mit schwierigen Gefühlen umzugehen bzw. diese auf eine ganz neue, irgendwie einfache Weise zu betrachten. Absolute Kaufempfehlung!


Hinweis: Dieser Artikel ist noch in Arbeit. Ich werde ihn nach und nach mit weiteren Gedanken füllen. 

Quellen:

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